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Farbe bekennen!

Die Idee stand schon länger im Raum. Der legendäre wie marode Skatepark am Berg Fidel brauchte einen neuen Anstrich. Ein 14jähriger „Rädelsführer“, den ich hier, dank rechtlichen Einschreitens seitens des Sportamtes Münster, nicht namentlich nennen kann machte vor wenigen Wochen Nägel mit Köpfen. Er sammelte Geld von den Leuten die sich am „Berg“ fast täglich treffen, um Farbe zu kaufen. Wenig später gab uns ein annonymer Sponsor aus der in Münster ansässigen Skateboardindustrie weitere 180€, damit wir unser Vorhaben zu Ende bringen konnten. Während unser darauffolgenden „kriminellen Handlung“ erfuhren wir vom freundlichen Hausmeister der Sporthalle Berg Fidel von der Anzeige des Sportamtes und bekamen von einem mir unbekannten Vertreter eben jenes Amtes telefonisch die Anweisung „alle Arbeiten unverzüglich einzustellen.“ Wir entschlossen uns jedoch heimlich weiter dem „Vandalismus“ zu frönen und beendeten unsere Malerei. Seitdem erfreuen wir uns an unserem neuerlich schönen Skatepark. Soweit die Geschichte aus meiner perspektive. Spass beiseite.

Straftatbestand: Sachbeschädigung. Das ist nicht abzustreiten.

Nun ist mir bewusst, dass ich nicht anderer Leute Eigentum nach eigenen Wünschen bemalen darf, auch kein öffentliches Eigentum, aber mein gesunder Menschenverstand erlaubt mir im Falle einer verwahrlosten Skateanlage, in der wir, die Skater, den erheblichen Teil der sogenannten „Öffentlichkeit“ stellen, eine Ausnahme zu machen.
Unser neuer Anstrich ist weit mehr als ein kosmetischer Eingriff. Er erhöht die Sicherheit im Park, und das gleich in verschiedener Hinsicht.
An erster Stelle steht hier die Griffigkeit des Belages. Nach einer fragwürdigen und sehr kostspieligen Harz-aufbring-Aktion vor ca. 2 Jahren war der Skatepark so gefährlich glatt, dass er eigentlich hätte geschlossen werden müssen. Reihenweise verletzten sich Skater. Knochenbrüche und Gehirnerschütterungen, die unnötigerweise schlicht durch wegrutschen auf einer eisglatten Bahn passierten brachten aber anstelle einer Korrektur des Belages eine fragwürdige und kostenspielige „Helm-Mut“ Aktion. Selbst zwei Jahre später, also bis vor kurzem, war der Snakerun immernoch stellenweise gefährlich glatt. Dieses Problem ist mit der von uns aufgetragenen Farbe gelöst und wir haben nun genau den optimalen Belag, nicht zu rutschig und nicht zu rauh.
Der nächste Vorteil der neuen Farbgebung sind die klaren Konturen. Während man früher, besonders bei einsetzender Dunkelheit, im einheitlichen braungrau oft nicht genau wusste, ob man jetzt in oder auf der Rampe war, was teilweise zu verhängnisvollen Fehlentscheidungen führte, kann man jetzt gefahrlos eine Stunde länger Skaten.
Des weiteren kann man nun gefährliche Steinchen, die sich leider immer wieder im Park befinden besser erkennen und beseitigen bevor diese zu einer unerwarteten Vollbremsung führen.
Die angekündige Inspektion durch das Sportamt wird hoffentlich zu einem ähnlichen Ergebnis kommen.
Neben den Vorteilen für die Sicherheit ist die Attraktivität des Skateparks durch den Anstrich enorm gestiegen, für uns bedeutet das ganze ein Stück Lebensqualität, und mehr Fahrspass.
Der Profiskater Thilo Nawrocki sagte mir heute dazu: „Der Park ist dadurch auf jeden fall attraktiver geworden um Foto und Videomaterial aufzunehmen.“ Dass der Skatepark Bergfidel wieder zu einer Anlaufstelle für die ganz großen Namen aus Europa und den Staaten wird glaubt er allerdings nicht, „da er von der Bauweise her völlig veraltet ist und der sehr aktiven wachsenden Poolszene keine Anreize mehr bietet. Da bräuchte man schon so ein Ding wie Hagen.“ Zur aktiven, wachsenden Poolszene gehören auch die 30 bis 40 Jugendlichen die täglich am Berg Fidel einer sinnvollen sportlichen Freizeitbeschäftigung nachgehen. „Das Ding wie Hagen“ ist ein Skatepool in Hagen der neuesten Standards entspricht, in sämtlichen Magazinen auftaucht und in welchem namhafte Firmen „contests“, also Wettbewerbe austragen lassen, die wiederum gute Skater aus aller Welt und viele Besucher anziehen.
Die Skateanlage in Hagen, welche von den dort ansässigen Skatern ähnlich farbenfroh bemalt wurde war auch einer der Gründe für unser Engagement. Da es dort keine Probleme gegeben hatte war uns gar nicht in den Sinn gekommen, dass wir einen Konflikt provozieren könnten. Wir haben nur, anstatt lange auf notwendige Reparaturen zu warten, die Sache selber in die Hand genommen, was wie wir jetzt wissen so nicht ganz richtig war.
Ich bin beeindruckt dass das Sportamt Interesse an unserem Sport zeigt, da ich bisher nicht das Gefühl hatte, dass sich jemand für den Skatepark verantwortlich fühlt.
In Zukunft brauchen wir folgende Veränderungen: Direkte Kommunikation zwischen uns und einem Verantwortlichen, zügige Reparaturen die in Absprache mit uns aktiven Skatern erfolgen, oder mit Erlaubnis auch von uns selbst durchgeführt werden, und mittelfristig eine zeitgemäße Erweiterung des Skateparks, um den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich weiter zu Entwickeln. Vielleicht gibt es dann ja bald wieder Poolskater aus Münster die internationales Niveau erreichen das potenzial ist da.

Johan Fründ & die Jungs vom Berg Fidel…und mädels natürlich auch.

dies ist ein leserbrief, welchen ich verfasst habe, die Münstersche Zeitung aber leider nicht abgedruckt hat.

3 Kommentare

  1. :)


  2. Ich fand die Aktion geil.
    Weiter so!!!Berg Fidel Rocks!!!


  3. =D=D war do ne gaile aktion und jetzt is es leider volbeschmiert :( :(



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